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Rock Metal (2014)

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Rock ABC Teil I

Alternative Rock

Rock ABC Teil I

Als Metal ab 1992 etwa unpopulär wurde, übernahmen Grunge, Alternative Rock und etwas später der Brit Pop das Zepter der Gitarrenmusik. Alternative Rock-Bands wie R.E.M., Jane's Addiction, Smashing Pumpkins, Red Hot Chili Peppers oder Placebo waren die neuen Rockstars, die Millionen von Alben verkauften, während "alte" Stars wie Iron Maiden, Van Halen, Cinderella, Poison oder Anthrax aus dem Mainstream verschwanden. Ende der 1980er Jahre entstand der Alternative Rock, der sich von der herkömmlichen Rockmusik unterscheiden sollte. Verrückte Songideen und -strukturen sowie beinahe andersartige Gitarrensounds zeichneten die Musik in den 90er Jahren aus. Die Gruppen setzten gerne auf Laut/Leise-Dynamiken in ihren Songs, ähnlich wie im Grunge und Jahre später im Nu Metal. Die Themen der Lyrics behandelten eher soziale Aspekte - häufig recht negativ. So wurde oft von Drogenkonsum und Suizid gesungen. Man muss allerdings auch sagen, dass der Begriff "Alternative Rock" ein Oberbegriff für viele Stilrichtungen wie Post-Punk, Garage Rock und auch für etablierte Spielarten wie Indie Rock oder Grunge ist. Dadurch ist eine genaue Definition der Musik recht schwer. Besonders in jüngeren Jahren ist eine Annäherung zum Pop allerdings nicht von der Hand zu weisen. Im Zuge des Untergangs der Grunge-Musik und dem beinahe zeitgleichen kommerziellen Aufstieg des Nu Metals verschwanden viele Alternative Rock-Bands von der Bildfläche (des Mainstreams). In den 00er Jahren gab es aber ein Revival. Muse, Biffy Clyro, Coldplay und The Killers sollten zu Rockstars avancieren und einen anderen musikalischen Hintergrund haben als die erfolgreichen Bands der 90er Jahre. So eifern Muse auf ihren späteren Alben Queen nach und versuchen den opulenten Sound dieser Band ins 21. Jahrhundert zu transferieren. Bands wie The White Stripes, The Strokes, The Vines oder Jet verkauften Millionen von Platten ihres simplen und meist dünn produzierten Garage Rocks.
10 wichtige Alben

  • Biffy Clyro - Only Revolutions (2009)
  • Jane's Addiction - Ritual de lo Habitual (1990)
  • Morrissey - Viva Hate (1988)
  • Muse - Origin of Symmetry (2001)
  • R.E.M. - Out of Time (1991)
  • Radiohead - OK Computer (1997)
  • Red Hot Chili Peppers - Blood Sugar Sex Magik (1991)
  • Smashing Pumpkins - Mellon Collie And The Infinite Sadness (1995)
  • The Cure - Disintegration (1989)
  • The Killers - Hot Fuss (2004)

Brit Pop

Der Brit Pop ist einer der erfolgreichsten Ableger des Alternative Rocks. Die Musik stammt, wie der Name vermuten lässt, hauptsächlich aus dem Vereinigten Königreich. Gruppen wie Oasis, Blur, Pulp, Coldplay (zumindest auf den ersten beiden Alben "Parachutes" und "A Rush of Blood To The Head") oder The Verve konnten mit ihren Alben Mitte der 1990er bis etwas über die Jahrtausendwende hinweg Millionen von Tonträgers verkaufen. Besonders Oasis und Blur werden als die Brit Popper angesehen. Besonders der 14. August 1995 wird als eines der wichtigsten Daten dieses Genres angesehen, weil Blur sowie Oasis am selben Tag ihre damals neuen Singles veröffentlichten. Zwar gewann Blur damals diesen Wettkampf, doch auf längere Sicht verkaufte Oasis' "(What's The Story) Morning Glory" mehr Alben. Deren Song 'Wonderwall' ist vielleicht die bekannteste Brit Pop-Nummer überhaupt und noch bis heute ein zeitloser Klassiker. Die Musik ist sehr von der der 60er und 70er Jahre beeinflusst und diente als Protest zum damals explodierenden Grunge. Die Kinks, die Beatles und auch die Smiths zählen zu den größten Einflüssen dieser Musiksparte. Daher ist der Sound der Gruppen nicht wirklich laut, sondern etwas zurückhaltender, gleichzeitig sind die Melodien sehr eingängig. Auch wenn sich heute eigentlich keine neuen Brit Pop-Bands mehr formieren, sind die einstigen Erfolgsgruppen noch immer sehr beliebt. Und das nicht nur in England.
10 wichtige Alben
  • Ash - 1977 (1996)
  • Blur - Parklife (1994)
  • Coldplay - A Rush of Blood To The Head (2001)
  • Elastica - Elastica (1995)
  • Oasis - (What's The Story) Morning Glory (1995)
  • Pulp - Different Class (1996)
  • Suede - Coming Up (1996)
  • Supergrass - In It For The Money (1997)
  • The Stone Roses - Second Coming (1997)
  • The Verve - Urban Hymns (1997)

Emo

Den Emo kann man in etwa vier verschiedene Phasen unterteilen. Ende der 80er bildete sich aus dem Hardcore der Emocore mit Bands wie Rites of Spring. Diese spielten melodischeren Hardcore und behandelten persönlichere Themen. In den 90ern öffnete sich der Stil Einflüssen aus dem Alternative und Indie Rock. Bands wie Sunny Day Real Estate, Texas Is The Reason, Jawbreaker, oder Mineral. Dennoch blieb Emo bis dahin weit unter dem Radar des Mainstreams. Erst als Bands wie Saves The Day, The Get Up Kids oder Jimmy Eat World Emo mit Pop und Rock kombinierten konnte man erste kommerzielle Erfolge verbuchen. Jimmy Eat World und Dashboard Confessional waren um die Jahrtausendwende herum die ersten Emo-Bands, die für ihre Alben Platin-Auszeichnungen bekamen. Aus diesem Erfolg heraus bildete sich wieder eine neue Szene, die Emo mit Punk, Metal und viel Theatralik verband. My Chemical Romance, Aiden, The Used, Senses Fail oder Silverstein gehörten zu den großen Bands der damaligen Szene. Auch Taking Back Sunday und Brand New waren wichtige Bands, verfolgten aber einen rockigeren Sound, der eher an Jimmy Eat World und Saves The Day als an die Horror-Punks der Misfits erinnerte, die auf Bands wie My Chemical Romance und Aiden einen sehr großen Einfluss hatten. Auch (Pop) Punk- und Alternative-Bands wie Fall Out Boy, Panic! At The Disco, AFI oder 30 Seconds To Mars wurden mit zur Emo-Szene gezählt, obwohl sie musikalisch nicht wirklich viel mit genannten Bands zu tun hatten. Mit dieser Welle an Emo entwickelte sich auch der metrosexuelle Kleidungsstil der Fans, der eine Mischung aus Punk und Gothic darstellte, was für viele genug Angriffsfläche für Spott bot. Heute haben sich viele Bands vom Emo-Stil gelöst und sich Alternative Rock oder härteren Gefilden zugewandt. Dafür gibt es ein kleines Revival des 90er Jahre Emos mit Bands wie Moose Blood, Sharks, Title Fight oder den Pop Punkern The Wonder Years.
10 wichtige Alben
  • Aiden - Nightmare Anatomy (2005)
  • Brand New - Deja Entendu (2003)
  • Dashboard Confessional - A Mark, A Mission, A Brand, A Scar (2003)
  • Funeral For A Friend - Casually Dressed & Deep In Conversation (2003)
  • Jimmy Eat World - Clarity (1999)
  • My Chemical Romance - Three Cheers For Sweet Revenge (2004)
  • Senses Fail - Let It Enfold You (2004)
  • Silverstein - Discovering The Waterfront (2005)
  • Taking Back Sunday - Tell All Your Friends (2002)
  • The Used - The Used (2003)

Folk Rock

Folk Rock kombiniert die Genres der Rockmusik und des Folks. Man kann Folk Rock bis in die 1960er zurück verfolgen. Bands wie The Byrds, Bob Dylan oder Creedence Clearwater Revival vermischten schon damals Elemente aus Rock und Folk. Folk Rock ist ein etwas ruhigerer Teil des Rocks, was auch an dem sehr klaren Gesang und kaum verzerrten Gitarren liegt. Besonders in den letzten Jahren blühte Folk Rock wieder auf und entwickelte sich besonders in der Indie-Szene zu einem beliebten Genre. Bands wie Bright Eyes, Feist, The Lumeeners, City And Colour, Frank Turner oder Arcade Fire sind sogar äußerst erfolgreich. Des Weiteren bildeten sich aus dem Folk Rock verschiedene weitere Musiksparten. In Amerika konnte der Country Folk dank Neil Young große Erfolge verbuchen. Viele Punk Bands beziehen Einflüsse aus dem Folk wie etwa Dropkick Murphy's, Gorgol Bordello oder Against Me.
10 wichtige Alben
  • Against Me! - Searching For A Former Clarity (2005)
  • Arcade Fire - Funeral (2004)
  • Bob Dylan - Bringing It All Back Home (1965)
  • Bright Eyes - I'm Wide Awake, It's Morning (2005)
  • Creedence Clearwater Revival - Cosmo's Factory (1970)
  • Donovan - Open Road (1970)
  • Frank Turner - England Keep My Bones (2011)
  • Simon And Garfunkel - Parsley, Sage, Rosemary and Thymane (1966)
  • The Byrds - Mr. Tambourine Man (1965)
  • Trees - The Garden of Hane Delwaney (1970)

Grunge

In den 1990er Jahren war Grunge der amerikanische Musikhype der Rockszene. Nirvana, Alice In Chains, Pearl Jam und Soundgarden dominierten mit ihrem "Seattle-Sound" die Charts weltweit. Das Genre entstand gegen Ende der 80er in und um Seattle sowie die Plattenfirma Sub Pop. Trotz Einflüssen aus Punk und Metal gilt der Grunge ironischerweise als Mörder des Metals bzw. seines kommerziellen Status in den 90er Jahren. Der Metal-Einfluss wurde besonders bei Soundgarden und Alice In Chains deutlich. Nirvana und Pearl Jam orientierten sich eher an Punk und Alternative Rock wie Sonic Youth, Melvins oder gar den Beatles, die besonders für Nirvana-Sänger Kurt Cobain sehr wichtig waren. Musikalisch war der Grunge gar nicht so einfach zu definieren, da die Bands eine recht große stilistische Bandbreite hatten. Gemeinsamer Nenner sind aber die verzerrten und recht dreckig sowie schrammelig klingenden Gitarren. Der sehr raue Sound wurde meist im Mid-Tempo gehalten, dennoch sind die Songs sehr energiegeladen und basieren auf der Laut/Leise-Dynamik. Mit dem Selbstmord von Kurt Cobain endete der Hype um Grunge recht schnell, auch wenn Bands wie Alice In Chains und Soundgarden mittlerweile wieder aktiv sind und sich noch immer einer recht großen Popularität erfreuen können, kann diese nicht an die alte Hysterie heranreichen.
10 wichtige Alben
  • Alice In Chains - Dirt (1992)
  • Hole - Live Through This (1994)
  • L7 - Bricks Are Heavy (1992)
  • Melvins - Houdini (1993)
  • Mudhoney - Mudhoney (1989)
  • Nirvana - Nevermind (1991)
  • Pearl Jam - Ten (1991)
  • Soundgarden - Superunknown (1994)
  • Stone Temple Pilots - Purple (1994)
  • The Screaming Trees - Dust (1996)