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Rock Metal (2014)

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Metal ABC Teil III

Nu Metal

Metal ABC Teil III

Mitte der 90er Jahre bis etwa 2003 war der Nu Metal der weltweit führende Hype im Rock und Metal. Ihm ist es zu verdanken, dass in den für den Metal eher schwarzen 1990er Jahren neue Metal-Fans herangewachsen sind, die durch Bands wie Korn, Slipknot oder Limp Bizkit zur harten Musik fanden. Nu Metal kombiniert Elemente des Metals mit Hip Hop, was sich besonders im Rhythmus widerspiegelt, Grunge, Industrial und Alternative. Bands um die Jahrtausendwende wurden zunehmen poppiger. Auch wenn "Metal" in "Nu Metal" steckt muss man sagen, dass dieser Stil viele Elemente des traditionellen Metals vermissen. Fast nie wird man in einem Nu Metal-Song ein Gitarrensoli hören, obwohl die Songs sehr Gitarren-orientiert sind. Auch sind der Rhythmus und ein recht anspruchsvolles sowie vielseitiges Drumming wesentlich wichtiger als früher bei Bands wie Slayer, Motörhead oder Judas Priest. Auch wenn der Nu Metal eine extrem erfolgreiche Metalgattung war, konnte er im Metal nie wirklich Fuß fassen. Nu Metal war eher eine Mainstream-Musik, auch wenn viele Bands wie Coal Chamber, Downthesun, Spineshank oder 40 Below Summer nie den großen Durchbruch erreichten. Die Thrash Metal-Band Machine Head änderte ihren Stil 1998 ganz abrupt hin zum Nu Metal und veröffentlichte mit "The Burning Red" ein recht erfolgreiches Album, welches allerdings vielen alten Fans vor der Kopf stieß. Einfacher hatte es da die Industrial Metal-Band Fear Factory, deren beiden Nu-Metal-Alben "Obsolete" und "Digimortal" ihre erfolgreichsten Werke darstellen. Nach oder schon während dem Trend änderten viele Bands ihren Musikstil. Papa Roach wurden nach und nach zur waschechten Rock-Band, die Lostprophets verschrieben sich spätestens mit dem dritten Album "Liberation Transmission" dem poppigen Alternative Rock und Linkin Park öffneten sich der elektronischen Musik.
10 wichtige Alben

  • Deftones - Around The Fur (1997)
  • Korn - Korn (1994)
  • Limp Bizkit - Significant Other (1999)
  • Linkin Park - Hybrid Theory (2000)
  • Machine Head - The Burning Red (1998)
  • Mudvayne - L.D. 50 (2000)
  • Papa Roach - Infest (2000)
  • Slipknot - Slipknot (1999)
  • Static-X - Shadow Zone (2003)
  • System Of A Down - Toxicity (2001)

Progressive Metal

Der Progressive Metal ist eine anspruchsvollere Spielweise des Heavy Metals und bezieht Einflüsse aus dem Progressive Rock und Bands wie Rush, Genesis oder Pink Floys. Neben anspruchsvollen und oft recht langen Songs, ist auch die Stimmung und Atmosphäre des Songs - oder des gesamten Albums, wenn es sich um ein Konzeptalbum handelt, was für dieses Genre recht typisch ist - sehr wichtig. Die Instrumentation im Progressive Metal ist recht vielseitig und auf jeden Fall für den Musiker selber sehr anspruchsvoll. Dies ist auch das Hauptkriterium, um eine Band in die Progressive Metal-Schublade zu stecken. Des Weiteren kann im Progressive Metal experimentiert werden, da die Genregrenzen nicht ganz so eng sind, wie bei anderen Spielarten. Bands wie Queensryche, Dream Theater, Fates Warning oder Crimson Glory konnten sogar kleinere bis mittelgroße Erfolge feiern. Besonders Queensryche konnten durch ihren anspruchsvollen, aber doch radiofreundlichen Sound mit ihrem ersten Album sogar Gold- und Platinauszeichnungen einheimsen. Das 1990er Werk "Empire" erreichte in den USA sogar dreifachen Platinstatus für über drei Millionen verkaufte Einheiten. Der Progressive Metal beeinflusste auch andere Genres wie den Death Metal. Opeth etwa haben ihre ganz eigene Nische zwischen Death Metal und Progressive gefunden. Die Schweden von Meshuggah arbeiten viel mit vertrackten Rhythmen und ausladenden Songs, vergessen dabei aber nie die Härte. Auch die Thrash Metaller von Metallica haben auf ihren Alben stets komplexere Songs in Petto. Ein Ableger des Progressive Metals ist Mathcore, was sehr technischen und komplexen Metalcore oder Hardcore bezeichnet. Bands wie The Dillinger Escape Plan, Converge oder Botch sind Größen für dieses Genre, dessen kurze Songs sind durch viel Aggression und technische Finesse ausweist. In jüngerer Vergangenheit konnten Bands wie Between The Buried And Me oder Mastodon einiges an Staub aufwirbeln, auch wenn diese beiden Gruppen aus dem (technischen) Metalcore bzw. dem Sludge kamen.
10 wichtige Alben
  • Between The Buried And Me - Colors (2007)
  • Crimson Glory - Transendence (1988)
  • Dream Theater - Images And Words (1992)
  • Fates Warning - Awaken The Guardian (1986)
  • King's X - Faith Hope Love (1990)
  • Mastodon - Crack The Skye (2009)
  • Nevermore - This Godless Endeavour (2005)
  • Psychotic Waltz - A Social Grace (1990)
  • Queensryche - Operation: Mindcrime (1988)
  • The Dillinger Escape Plan - Miss Machine (2004)

Thrash Metal

Der Thrash Metal ist wohl eine der beliebtesten und auch erfolgreichsten Spielarten des Metals. Bands wie Metallica, Slayer, Anthrax, Megadeth, Pantera oder Testament hatten allesamt recht große Erfolge zu verbuchen. Thrash Metal entstand Anfang der 1980er Jahre in Südkalifornien durch das Umfeld der Band Metallica, das auch Bands wie Megadeth, Slayer und Exodus durch Besetzungswechsel mit einbezog. Beeinflusst wurde der Thrash Metal durch Bands wie Motörhead, Iron Maiden, Mercyful Fate, Venom oder auch den Punkern der Sex Pistols. In den 80ern konnten besonders Metallica, Megadeth, Slayer und die New Yorker Band Anthrax gute kommerzielle Erfolge erzielen. Daher werden diese vier Band auch die "Big 4" genannt. Doch auch Gruppen wie Exodus, deren Debüt "Bonded By Blood" als einer der Thrash Metal-Klassiker angesehen wird, Testament, Overkill, Annihilator oder Forbidden veröffentlichten heutige Genre-Klassiker. In Deutschland ließ der Thrash nicht lange auf sich warten und Kreator, Destruction und Sodom bildeten das Dreigestein des deutschen Thrash Metals. In Brasilien formierten sich mit Sepultura und Sacrofago zwei Bands, die die Thrash-Szene ebenfalls aufwirbelten. Sepultura schafften 1996 mit ihrem Album "Roots" sogar den Durchbruch in den Mainstream - wenn auch nur sehr kurzzeitig. An die Erfolge der groovigen Pantera konnten sie allerdings nicht heran reichen. Deren Album "Far Beyond Driven" war bis dahin und vielleicht auch bis heute das brutalste Album, was auf Platz 1 der US Billboard Charts einsteigen konnte. Zu der Zeit haben sich die Big 4 allerdings schon etwas gemäßigteren Gefilden zugewandt und Metallica veröffentlichten mit ihrem selbstbetitelten Album zwar kein Thrash-Album, dafür eines der erfolgreichsten Rock/Metal-Alben aller Zeiten. Danach folgten zwei solide Hard Rock-Alben in den 90ern. Zu der Zeit fanden Slayer durch einen großen Hardcore-Einschlag wieder zur Härte zurück. Megadeth und Anthrax verfolgten einen ähnlichen Weg wie Metallica und waren nun eher dem Heavy als dem Thrash Metal zu zuschreiben, auch wenn die letzten Alben der Gruppen eine Rückbesinnung zu alten Taten darstellten. In den letzten Jahren kam ein Thrash-Revival auf, welches 80er Thrash mit Hardcore/Punk verband. Bands wie Municipal Waste, Toxic Holocaust oder Gama Bomb erfreuen sich immer größer werdender Beliebtheit.
10 wichtige Alben
  • Annihilator - Alice In Hell (1989)
  • Anthrax - Among The Living (1987)
  • Exodus - Bonded By Blood (1985)
  • Kreator - Extreme Aggression (1989)
  • Machine Head - Burn My Eyes (1994)
  • Megadeth - Rust In Peace (1990)
  • Metallica - Master of Puppets (1986)
  • Pantera - Far Beyond Driven (1994)
  • Slayer - Reign In Blood (1986)
  • Testament - The Legacy (1987)


Text © by Sebastian Berning